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Qualitätssicherung von regenerativen Gewebeersatzmaterialien

Standards für den Einsatz körpereigenener Knorpelzellimplantate

Im Oktober 2009 hat die Forschungsgruppe des Lehrstuhls für Orthopädie am Waldkrankenhaus Eisenberg ein Verbundprojekt zur Qualitätssicherung von regenerativen Gewebeersatzmaterialien gestartet: In den folgenden drei Jahren definieren die Wissenschaftler in dem sechs Millionen Euro teuren Projekt Standards und Normen für den Einsatz körpereigenener Knorpelzellimplantate. Die Forschungsgruppe leitet Univ.-Prof. Dr. med. Raimund W. Kinne.

Bereits 2008 hat die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie mit einer Anschubfinanzierung von 20.000 Euro den Startschuss für das neue Forschungsprojekt gegeben:  Unter dem Thema „Biomechanische Charakterisierung von Tissue-Engeneering Gewebe“ sollten standardisierte Prüfverfahren und -normen entwickelt werden, die zu Qualitätssicherungsmaßnahmen bei Knorpelzellimplantationen herangezogen werden.

Nachdem die EMEA (European Medicines Agency) zur Zertifizierung von medizinischen Produkten, die menschliche Zellen enthalten, neue Richtlinien herausgab, müssen dafür exakte Prüfnormen und Prüfverfahren nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten erstellt werden. Ein Unterfangen, das sich als äußerst komplex darstellt – sollen doch die Implantate vor, während und nach der Implantation umfangreichen Tests bezüglich ihrer biomechanischen Eigenschaften oder beispielsweise nach toxikologischen und pharmakologischen Gesichtspunkten getestet werden. 

In enger Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern und Forschungslaboren aus Hannover, Heidelberg, Rosenheim, Mannheim, München und Aachen wird das Jenaer/Eisenberger Forschungsteam dieses hochinterdisziplinäre, aufwendige Projekt in Zusammenarbeit mit Partnern aus der Wirtschaft vorantreiben. Das Fördervolumen von insgesamt sechs Millionen Euro wird zu 72 % durch das BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung) getragen. Zusätzlich werden sich die Partner aus der Wirtschaft an den Kosten beteiligen.

Wenn nach drei Jahren die neu definierten Qualitätsstandards für den Einsatz der körpereigenen Knorpelzellimplantate zur Verfügung stehen, werden vor allem die Patienten profitieren. Während des gesamten Projektes werden neue wissenschaftliche Erkenntnisse entstehen, die die klinisch tätigen und am Vorhaben beteiligten Ärzte direkt nutzen und umsetzen können.

Neben dem eigentlichen Ziel, dem Erstellen der Prüfnormen, werden am Ende vielfältige, neue wissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen werden, die das medizinische Verfahren regenerativer Therapiemethoden bei Knorpelverletzungen weiter verbessern und die Lebensdauer und Funktionalität der Transplantate deutlich erhöhen.


Univ.-Prof. Dr. med. Raimund W. Kinne (links) leitet die Forschungsgruppe zur Qualitätssicherung regenerativer Gewebeersatzmaterialien.

Univ.-Prof. Dr. med. Raimund W. Kinne (links) leitet die Forschungsgruppe zur Qualitätssicherung regenerativer Gewebeersatzmaterialien.

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