Ihre Ansprechpartner
in diesem Bereich:

Univ.-Prof
Dr. med. habil.
Wolf Dietrich Arnold
Komm. Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie
Telefon:
036691 8-0

Oberarzt Dr. med. Rando Winter
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Spezielle Orthopädische Chirurgie, Sportmedizin, Physikalische Therapie, Chirotherapie.
Operationsablauf
Das künstliche Kniegelenk
Der Operationsablauf beim Einsatz eines künstlichen Kniegelenks kann grob in vier Schritte eingeteilt werden:
Schritt 1
Nach Einleitung der Narkose (Anästhesie) wird am Oberschenkel eine sogenannte „Blutsperre“ angelegt: Diese aufblasbare Druckmanschette unterbricht für kurze Zeit den Blutstrom. So kann der Arzt das Operationsgebiet während der Operation gut überblicken, unnötiger Blutverlust wird vermieden und beim Einzementieren der Prothese liegen „bluttrockene“ Verhältnisse vor.
Der Operateur öffnet das Gelenk, die zerstörten Knorpel- und Knochenoberflächen des Kniegelenkes werden entfernt. Ist der Einbau einer Oberfächenprothese geplant, bleiben die Seitenbänder immer erhalten. Der verbleibende Knochen wird mit speziellen Operationsinstrumenten und Sägelehren so bearbeitet, dass die Form des Ober- und Unterschenkelknochen mit der Passform der Prothese übereinstimmt. Gleichzeitig werden Fehlstellungen der Knie- und Beinachse korrigiert.
Schritt 2
Im nächsten Schritt wird zunächst eine Probeprothese eingesetzt: Dadurch überprüft der Operateur den optimalen Sitz und die Größe der endgültigen Endoprothese. Es wird die Stabilität der Bänder, die Korrektur der Beinachse und die Beweglichkeit der Prothese getestet.
Schritt 3
Erst jetzt setzt der Operateur die optimal ausgemessene Originalprothese ein. Die Prothese wird nach Säuberung und Spülung der Knochenoberfläche in der Regel mit Knochenzement fixiert. Dieser sorgt für eine hohe Stabilität zwischen Knochen- und Prothesenoberfläche und härtet bereits nach kurzer Zeit aus.
Zementierte Prothesen ermöglichen eine festere Verbindung zum Knochen und eine lange Lebensdauer. Die Prothese ist im Prinzip sofort belastbar. Bei größeren Knochendefekten oder schlechter Knochenqualität wird die Fixierung durch Stielverlängerungen an den Prothesenteilen oder spezielle Kopplungszapfen zwischen dem Oberschenkel- und Unterschenkelteil der Prothese erhöht. Die Kniescheibe bleibt beim Einbau der Knieprothese erhalten. Nur die Knorpeloberfläche wird je nach Bedarf ersetzt.
Schritt 4
Die endgültig einzementierte Knieprothese wird in Ihrer Funktion bezüglich Beweglichkeit, Bandstabilität und Achsausrichtung geprüft. Im letzten Schritt entfernt der Operateur die Blutsperre und stillt eventuell bestehende Blutungen. Drainagen sollen eine Blutergussbildung im Knie verhindern.
Anschließend werden Gelenkkapsel und Haut wieder vernäht und ein Kompressionsverband angelegt. Die Operationszeit beträgt im Normalfall 90 Minuten. Den korrekten Sitz der Prothese überprüft der Operateur noch im Operationssaal durch eine Röntgenaufnahme.

Der Operateur passt die Prothese optimal an die Anatomie des Patienten an. Ein Navigationssystem kann zu einer noch präziseren Implantation beitragen.
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